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Managed Services // Managed Storage NAS

 

1. Einleitung

Im Rahmen des Produktes "Managed Storage NAS" erhalten PlusServer-Kunden die Möglichkeit, Daten auf einer zentralen NAS-Infrastruktur (Network Attached Storage) zu speichern. Dabei stehen zwei unterschiedliche Lösungen zur Verfügung, die auf verschiedenen technischen Plattformen basieren. Entsprechend den Anbietern der Plattformen heißen die Produkte "Managed Storage NAS Onstor" und "Managed Storage NAS Isilon".

2. Produktbeschreibung

Mit dem Produkt "Managed Storage NAS" wird die Nutzung eines gemeinsamen, leistungsfähigen und ausfallsicheren Netzwerkspeichers ermöglicht. Die komplette Administration, Pflege der Einstellungen und der Betrieb wird von PlusServer durchgeführt. Die Dienstleistung umfasst die Anbindung an das PlusServer-Storage-Netz und alle im Zusammenhang mit dem "Managed Storage NAS" beauftragten Services. Zudem wird der Kunde bei Problemen durch den PlusServer-Support unterstützt.

"Managed Storage NAS" umfasst folgende Serviceleistungen:

  • eratung (technische Spezifikation der individuellen Dienstleistung)
  • Initiale Konfiguration (NFS- und CIFS-Freigaben, Mount-Points usw.)
  • Anpassung von technischen Parametern in Absprache mit dem Kunden
  • Dokumentation der Dienstleistung
  • Konfiguration, Wartung und Überwachung der Infrastruktur

3. Technische Beschreibung

3.1. Allgemeines

Im Folgenden werden die beiden Lösungen im Detail vorgestellt und die Unterschiede aufgezeigt.

3.2. Architektur

3.2.1. Isilon

Die Lösung von Isilon basiert auf einem stark optimierten, mehrköpfigen Storage-System. Die direkt per SAS angeschlossenen Festplatten werden von der Appliance verwaltet, so dass kein Disk-Backend benötigt wird. Pro Kopf steht dem Isilon-Cluster eine Speicherkapazität von bis zu 12 Terabyte zur Verfügung. Der freie Speicherplatz wird in kleine Blöcke unterteilt und in ein globales Dateisystem integriert. Durch diese Technologie ist eine Konfiguration bis ins kleinste Detail möglich. Die Appliance eignet sich somit optimal für verschiedenste Kundenbedürfnisse. Die Architektur garantiert eine sehr hohe Verfügbarkeit sowie optimale Performance durch einen vorgeschalteten Disk-I/O-Cache, der durch intelligente Caching-Vorgänge die reale I/O-Leistung des Backends um ein Vielfaches erhöht.

3.2.2. OnStor

Die Appliance des Herstellers OnStor besteht aus redundant ausgelegten NFS-Köpfen (Network File System). Das per Fibre-Channel angeschlossene Disk-Backend setzt sich aus mehreren JBODs zusammen (Plattenspeicher mit mehreren Festplatten ohne RAID-Controller), die jeweils an die Appliance angeschlossen sind. Jedes JBOD bildet dabei eine eigenständige Einheit mit bis zu 20 Terabyte Speicherplatz. Dabei teilt sich das Storage-Backend in zwei Klassen auf. Die erste Klasse dient als Datenspeicher für die einzelnen Kundenshares. Die zweite Klasse steht als Redundanz zur Verfügung. Hierauf werden einmal am Tag sämtliche Live-Daten gespiegelt. Durch die Möglichkeit, beliebig viel Speicherplatz per Fibre-Channel an die NFS-Köpfe anzubinden, ist die OnStor-Appliance hervorragend für Szenarien mit großem Speicherbedarf geeignet.

3.3. Protokolle

3.3.1. Isilon

Die Isilon-Appliance stellt den vom Kunden angemieteten Speicherplatz wahlweise über die Protokolle NFS oder CIFS zur Verfügung. Eine Änderung der Konfiguration im Betrieb ist möglich, ohne dass die auf der Isilon gespeicherten Daten verändert werden.

3.3.2. OnStor

Die OnStor-Appliance setzt beim Datenexport ausschließlich auf das Protokoll NFS. Dieses Protokoll empfehlen wir für die Einbindung in Linux-Systeme.

3.4. Redundanz

3.4.1. Isilon

Die Festplatten der einzelnen Isilon-Köpfe werden in kleinste Datenbereiche von 128 KB unterteilt und in den Gesamtverbund des globalen Isilon-Dateisystems integriert. Durch diese Unterteilung können verschiedene Strategien zur Datensicherung konfiguriert werden. Die kleinsten Datenbereiche lassen sich durch Paritäten ähnlich einem Raid-Verbund oder durch Replikationen der Daten auf Basis von einzelnen Dateien absichern. Hierbei bestimmt der Kunde, wie sicher seine Daten gespeichert werden und welche individuelle Konfiguration für sein Storage-System hinterlegt werden soll. Benennt der Kunde gegenüber PlusServer keine Konfiguration, gilt eine einfache Replikation ohne zusätzliche Snapshots der einzelnen Dateien als vereinbart.

3.4.2. OnStor

Die per Fibre-Channel angeschlossenen Disk-Backends werden jeweils mit einem Raid-6 konfiguriert und der OnStor-Appliance zur Verwaltung übergeben. Die verwendeten JBOD-Systeme ermöglichen einen Festplatten-Tausch im laufenden Betrieb (hot-swap). Bis zu zwei Festplatten können pro angeschlossenen JBOD gleichzeitig ausfallen, ohne dass Daten in Gefahr sind. Neben den Disk-Arrays in einem Raid-6-Verbund dient ein täglicher Snapshot der Sicherheit der Kundendaten. Dieser Snapshot wird auf ein zweites Disk-Array gesichert und steht dort im Fehlerfall zur Verfügung. Sollte es einmal zu einem Datenverlust auf einem der Disk-Backends kommen, kann der Mountpoint geändert werden und der Zugriff auf den Datenbestand des letzten Snapshots wird ermöglicht.

3.5. Snapshots

3.5.1. Isilon

Der Kunde kann bestimmen, ob und wie häufig ein Snapshot erstellt wird und wie lange dieser vorgehalten werden soll. Auf die erstellten Snapshots kann der Kunde jederzeit über das Verzeichnis ".snapshot" innerhalb seines eingebundenen NFS-Exports zugreifen, um z.B. versehentlich gelöschte Daten wiederherzustellen. Ein Snapshot wird auf Dateibasis nach dem "Copy on Write"-Prinzip erstellt und belegt damit zusätzlichen Speicherplatz auf der Appliance. Die für die Daten bestimmten Replikationslevel werden für die Datenbereiche des Snapshots ebenfalls angewendet. Dieser Speicherplatz wird dem Gesamtspeicherplatz des Kunden entnommen. Die genaue Konfiguration der Snapshots wird in enger Abstimmung mit dem Technischen Consulting von PlusServer festgelegt. Standardmäßig ist die Funktion des Snapshots deaktiviert.

3.5.2. OnStor

Die Appliance erstellt jede Nacht einen Snapshot für das Daten-Mirroring auf Blockbasis. Dieser Snapshot wird über zwei Tage aufgehoben und auf ein zweites Storage-System kopiert. Der Kunde kann außerdem diesen Snapshot im Verzeichnis ".snapshot" des jeweiligen NFS-Pfads einsehen, um z.B. versehentlich gelöschte Daten wiederherzustellen. Eine Beeinflussung der Uhrzeiten oder der Mengen zu erstellender Snapshots ist bei der OnStor-Appliance nicht vorgesehen. Der durch Snapshots belegte zusätzliche Speicherplatz wird bei der Berechnung des Quotas berücksichtigt.

3.6. Verwendungszweck

3.6.1. Isilon

Die Isilon-Appliance zeichnet sich durch sehr hohe Verfügbarkeit, sehr gute Geschwindigkeit und hervorragende Caching-Funktionen für hochoptimierte und hochverfügbare Systeme aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Plattform auf z.B. Linux oder Windows läuft. Aufgrund der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten kann der Kunde selbst bestimmen, wie hoch die Sicherheit und die Redundanz seiner Daten auf dem Storage-Backend sind.

3.6.2. OnStor

Durch die hohe Skalierungsmöglichkeit im Storage-Backend eignet sich die OnStor-Appliance besonders für solche Szenarien, bei denen große Datenmengen zu günstigen Konditionen abgelegt werden müssen, ohne hierbei auf die Redundanz eines Raid-6 zu verzichten. Die Datensicherheit wird durch eine tägliche Spiegelung der gesamten Daten ergänzt.

3.7. Quotaberechnung

3.7.1. Isilon

Aufgrund der umfassenden Konfigurationsmöglichkeiten der Isilon-Appliance, die den für die Datenspeicherung notwendigen Speicherplatz beeinflussen, wird das Speicherplatzkontingent auf Basis des real benötigten Speicherplatzes berechnet. Vom Kunden gewünschte Snapshots fließen damit genauso wie konfigurierte Datenredundanzen in Form von Paritäten oder Dateireplikationen in die Quota-Berechnung mit ein.

3.7.2. OnStor

Die OnStor-Appliance berechnet den vom Kunden netto verwendeten Speicherplatz zzgl. der vorhandenen Snapshots. Eine Berechnung des Speicherplatzes für die gespiegelten Daten findet nicht statt.

3.8. Serveranbindung

Die Anbindung der Server an das Managed Storage NAS erfolgt über das von PlusServer betriebene Netzwerk mit Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s pro angebundenen Server. Die Anbindung kann über separate Uplink-Ports über die von PlusServer betriebene Infrastruktur realisiert werden. Alternativ ist die Netzanbindung des Managed Storage NAS auch auf die vom Kunden bereits verwendeten Uplink-Ports für andere Services möglich, sofern über den betroffenen Switchport ausschließlich interne Services von PlusServer betrieben werden. Ein Betrieb interner Services wie Loadbalancer oder NAS auf Uplinks in den WAN-Teil des PlusServer-Netzwerks ist aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen.

3.9. Zusammenfassung

Die Unterschiede dieser beiden Lösungen sowie die möglichen Produktvarianten sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

  Isilon OnStor
SLA 99,95 % 99,50 %
Mindestabnahme 50 GB 250 GB
Snapshots Optional, bis zu 10 2
NFSv3 Export
NFSv4 Support
CIFS Export
Redundanzen Wählbare Paritäten,
Wählbare Replikationen,
Desaster-Backup
Raid 6, tägl. Spiegelung
Verwendungszweck Hochverfügbare Daten Große Datenmengen, Archivierung
Traffic nach 95 %* 150 Mbit/s 100 Mbit/s
IOPS nach 95-%-Abrechnung 150** IOPS 100*** IOPS

* Die Trafficberechnung erfolgt nach 95-%-Erhebung im 5-minütigen Intervall ** IOPs werden im Frontend-Cache der Appliance erhoben *** IOPs werden auf den Storage-Systemen erhoben

4. Konfigurationseinstellungen

Die Konfiguration und Administration liegt vollständig in den Händen von PlusServer. Gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet das Technische Consulting von PlusServer ein Initial-Setup. Konfigurationsänderungen an den vereinbarten Parametern können nach entsprechender Anfrage an den Technischen Support von PlusServer durchgeführt werden.

5. Service Level

Für PlusServer Managed Storage NAS wird eine Service-Level-Vereinbarung (SLA) angeboten. Diese beinhaltet maximale Wiederherstellungszeiten und Dienstbereitstellungszeiten. Die Service-Level-Vereinbarung wird als gesondertes Dokument zur Verfügung gestellt.

6. Service-Management und Support

6.1. Systemüberwachung

Das Support- und Service-Center von PlusServer ist 24 Stunden an 365 Tagen aktiv. Stellt das Support- und Service-Center eine Störung der Dienste fest, so werden umgehend Maßnahmen zur Behebung der Störung eingeleitet.

6.2. Hotline

Über eine Hotline sind die Support-Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar. Die Rufnummer wird dem Kunden mit der Bereitstellung des Dienstes bekannt gegeben. PlusServer bestätigt eingegangene Fehlermeldungen des Kunden in der Regel innerhalb von 60 Minuten und informiert den Kunden kurzfristig über den Status der Entstörmaßnahmen.

6.3. Planbare Arbeiten

PlusServer kündigt dem Kunden planbare Arbeiten, die den Dienst des Kunden beeinflussen oder unterbrechen, mindestens drei Werktage im Voraus an. Planbare Arbeiten werden in der Regel zwischen 00.00 und 06.00 Uhr durchgeführt.

PDF: » Produktbeschreibung
PDF: » Service-Level-Vereinbarung